Der Verein

Aus der Geschichte der Radfahrervereinigung 1897 e. V. Schifferstadt

Es war einmal ...

Im Winter des Jahres 1897 gründeten Schifferstadter Radsportfans den Männer Radfahrerverein 1897, nachdem sie bisher auf geselliger Basis Ausfahrten in die heimatliche Umgebung unternommen hatten und sich dabei gelegentlich auch im Schnellfahren übten. Die Originalfahne des Männer Radfahrervereins 1897 wird seit ihrer Restaurierung 1986 wieder bei offiziellen Anlässen gezeigt. Während des Ersten Weltkriegs kam der lokale Radsport zum Erliegen, lebte 1919 jedoch wieder auf, geleitet von Jakob May, dem Großvater des späteren 1. Vorsitzenden der RV 1897 Ludwig Schuster. Nahe der heutigen Waldfesthalle veranstaltete der Männer-Radfahrerverein 1897 Flieger und Vereinsrennen. 1921 gab es Zoff im Verein. Der Radtourenklub Wanderlust spaltete sich ab, favorisierte den Saalsport. Die Schifferstadter Jugend fuhr voll auf das Angebot ab. Wanderlust schaffte daher 12 kostspielige Kunstradmaschinen an! Das Training im Saal des Gasthauses Zum Wilden Mann brachte zahlreiche Bezirks und Gaumeisterschaften im 6er- Kunstreigen ein, einmal sogar den 2. Platz bei der Süddeutschen Meisterschaft. Der Männer-Radfahrerverein 1897 indessen erwarb sich Renommee mit seiner Rennabteilung. 1932 vertrugen sich beide Clubs wieder und fusionierten zur Radfahrervereinigung Wanderlust 1897/1921. Vereinslokal war der Wilde Mann.

Absturz und Neuanfang ...

Die nationalsozialistische Machtübernahme machte den vielseitigen Radsport-Aktivitäten jäh ein Ende. 1933 wurden die Arbeiter Radfahrervereine aufgelöst, in Schifferstadt war das der 1904 gegründete Verein Frisch auf. Die anderen Radfahrvereine mussten sich zwangsvereinigen: Seit Mai 1939 firmierten die vier Schifferstadter sporttreibenden Vereine TV 1885, FSV 13/23, VfK und Radfahrervereinigung Wanderlust 1897/1921 - unter dem Dach eines Vereins für Leibesübungen (VfL). Im Zweiten Weltkrieg lief sportlich gar nichts mehr. 1945 verhängte die Militärbehörde der französischen Besatzungszone Ausgangssperre und Versammlungsverbot. Der radsportbegeisterten Kommandantur aber haben es die Schifferstadter zu verdanken, dass sich am 27.7.1946 im Gasthaus Zum Wilden Mann der Radfahrerverein Staubwolke gründen konnte. Mit Genehmigung der Militärregierung organisierte man schon am 13.Oktober 1946 das erste Straßenrennen auf der Strecke Mannheimer Straße Raiffeisenstraße Friedhofstraße. Am 20. Juli 1947 fand die erste Kriteriumsmeisterschaft des Pfälzischen Radfahrerbundes (PRB) auf dieser Strecke statt. Es folgten Sportwerbetage, Hometrainerrennen und Vereinsbälle. Am 17. Dezember 1949 gründete sich im Gasthaus Zum Löwengarten die Radfahrervereinigung 1897 aus dem Zusammenschluss von Staubwolke und Mitgliedern der ehemaligen Wanderlust. Das gab dem lokalen Radsport enormen Auftrieb. Die Rennfahrer-Crew Egon Lochner, Karl Wende, Heinz Schmitt und Pius Koch verstärkten die "Youngster" Siegfried Titze und Otto Funk. Im Saalsport konnten dank intensivem Training die Kunstrad-Zweier Walter Frisch /Otto Keßler in der Aktivenklasse und Werner Weiß /Gerhard Magin in der Jugendklasse (später auch als Aktive) zahlreiche Pfalzmeistertitel nach Schifferstadt holen. Weiß/Magin qualifizierten sich 1953 für die Deutsche Meisterschaft und belegten in Hamburg den 7. Platz, 1955 in Passau einen 9. Platz. Sehr erfolgreich war in diesen Jahren neben der Mädchen Zweiermannschaft auch der Sechserreigen.

...die zwei Säulen des Vereins heute ...

In den 1960ern sackte das Interesse am Radsport bundesweit ab. 1976 ging es, tatkräftig gefördert durch den Vorsitzenden Walter Frisch, auch in Schifferstadt wieder aufwärts: Die Kunstradabteilung fuhr schon ab 1978/79 Erfolge in den Schüler und Jugendklassen ein. Seit 1978 sind die Rennen um den "Großen Rettichfestpreis" fester Bestandteil des Rettichfests. Mit national und international bekannten Sportlern besetzte Starterlisten unterstreichen die hohe Akzeptanz und Qualität dieser Veranstaltung. Im Gefolge der Trimm Dich Aktion nahm nicht nur das Volksradfahren Fahrt auf. Das Radtourenfahren rollte an. Seit 1979 organisiert die RV 1897 die Radtourenfahrt "Nördliche Weinstraße aus. 1980 bildete sich dann eine vereinseigene Radtouristik-Abteilung, nahm bald den Kampf um die Punkte auf, startete z. B. in die "Dreiländerfahrt". Seit 1985 von Hermann Fouquet betreut, wuchs die Gruppe stetig an. Die RTF Fahrt Nördliche Weinstraße avancierte inzwischen zum "Klassiker" im bundesdeutschen Radtouristikkalender. Seit 1987 pflegen die Radtourenfahrer freundschaftlichen Kontakte zum RSC 1977 Aichach, tauschten 1992 Partnerschaftsurkunden aus - noch vor der offiziellen Partnerschaft der beiden Städte!

Mit stetig steigenden Mitgliederzahlen in der RTF-Gruppe und durch die unterschiedlichen Leistungstärken der Fahrer wurde 2005 die RTF-Abteilung in zwei Team-Gruppen (Piano; Speed) geteilt. In 2007 wurden diese sogar um eine weiter Gruppe (Medium) erweitert.
Desweiteren entstand eine mitgliederstarke Damenradsportgruppe.
In der Kunstradabteilung wurde 2005 eine Einrad-Gruppe ins Leben gerufen.

An der Spitze sitzen ...

Nach dem plötzlichen Tod des 1.Vorsitzenden Ludwig Schuster 1996 wurde im neu erbauten Vereinsheim am 17. Januar 1997 mit Dr. Horst Atteln, Gerhard Magin und Karl Wende die Vorstandschaft erstmals nach der neuen Satzung als drei gleichberechtigte Vorsitzende gewählt. Nach Karl Wendes Tod trat im Jahr 1998 Wolfram Demmerle an seine Stelle.

Am 14. April 2016 wählte die Mitgliederversammlung im Vereinsheim der RV 1897 e.V. die jetzige Vorstandschaft:

Martin Starck, Rick Turner und Jürgen Weinacht.

Die Vorstandschaft wird unterstützt vom Kassier Mike Schröck und Schriftführer Jürgen Weiler; sowie von einem starken Vereins-Ausschussteam.

Für die Kunstrad-Abteilung ist Frau Marliese Schuster verantwortlich.

Stand 18.4.2016 zählt die RV 1897 e.V. 211 Mitglieder.